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1.2.2012 14:05

Bekenntnisse einer Diva

  • Anna Netrebko über Beruf, Mann und Kind

Was sie über die Härte ihres Berufs denkt, wie sie mit Mann und Kind lebt und wo sie sich von ihrer Operation erholt hat. Im Sommer überglänzt sie mit „La Bohème“ die Salzburger Festspiele.

Eine großartige Sängerin zu sein – die beste unserer Zeit vielleicht –, das reicht schon lange nicht mehr. Was der russischen Sopranistin Anna Netrebko abverlangt wird, ist vielmehr das: singen wie die Callas (der schwachsinnige Vergleich will sich nicht verflüchtigen); dabei schön sein wie der junge Morgen, tunlichst auch gestylt wie ein wandelnder Escada-Katalog; explosiv erotisches Fluidum, verbunden mit den häuslichen Kompetenzen einer zärtlichen Gattin, aufopfernden Mutter und avancierten Köchin. Mit all dem soll sie nebenbei die kollabierende klassische Bild- und Tonträgerindustrie retten. Auf höherem, auch dem Anspruch des Kenners genügendem Niveau, versteht sich, als etwa der ölige Crossover-Violinist David Garrett.

Nun steht die Ausnahmekünstlerin Anna Netrebko allerdings in ihrem 41. Lebensjahr, hat 2008 einen Sohn geboren und ackert seit 18 Jahren auf den Bühnen der Welt. Die Auswirkungen zeigten sich in den vergangenen Wochen, als sie plötzlich alle Verpflichtungen – unter ihnen eine Traviata-Serie in London – absagte. Eine Fußoperation am Wohnsitz Wien war nötig geworden, Orthopäden führen das Leiden auch auf das permanente Tragen von Hochglanzschuhwerk zurück. Nach längerem Kuraufenthalt in den österreichischen Alpen kehrte sie kürzlich mit ihrem Lebensgefährten, dem uruguayischen Bassbariton Erwin Schrott, in Luzern auf das Konzertpodium zurück.

Nach der Operation setzt sich nun die Routine einer Weltkarriere erster Ordnung wieder in Gang: Donizettis Anna Bolena, die sie sich im April 2011 grandios an der Wiener Staatsoper erarbeitet hatte, kommt an die Met in New York, ebenso die andere in Wien erprobte Glanzrolle, Massenets Manon. Dazu Konzerte weltweit, zwei auch in Österreich, dessen Staatsbürgerin sie ist: ein Festwochen-Liederabend im Musikverein (niemand Geringerer als Daniel Barenboim begleitet) und ein Konzert bei den Salzburger Pfingstfestspielen. Und dann, Glanzstück der neuen Salzburger Festspiel-Ära unter Alexander Pereira, die Mimi in Puccinis Bohème mit dem polnischen Wundertenor Piotr Beczala, der den einstigen Traumpartner Rolando Villazón ersetzte, als dem früh die Stimme zu versagen begann. Für keines der vorerwähnten Ereignisse sind noch Eintrittskarten verfügbar. Schneller als die Bohème ging in Salzburg nicht einmal die Zauberflöte unter dem letzten Pultgiganten Nikolaus Harnoncourt weg. Kein Wunder, dass Intendant Alexander Pereira kürzlich weiter reichende Pläne andeutete.

Lesen Sie die ganze Geschichte in FIRST 02/12.

1.2.2012 14:05
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