"Ich kenne meine Stärken & Schwächen"
- Alexander Wrabetz im FIRST-Gespräch

Der ORF-Generaldirektor ist in seine zweite Amtsperiode gestartet. Im FIRST-Gespräch gibt er seltene Einblicke in sein Innenleben und spricht über seine Jugend und die Liebe zur Rockmusik, über Macht und Glücksgefühle.
Herr Dr. Wrabetz, Sie haben jüngst mit ORF SPORT + und ORF III Kultur und Information gleich zwei neue Fernsehkanäle an den Start gebracht. Wofür können Sie sich privat mehr begeistern?
Das muss ich nicht lange überlegen: für die Kultur.
Spielen Sie ein Instrument?
Ich habe als Kind angefangen, Klavier zu spielen, doch wieder damit aufgehört.
Bedauern Sie das heute?
Ja, aber welches Kind übt schon gerne? Da hätten meine Eltern wohl strenger sein müssen.
Was wollten Sie als Kind werden?
Als ich neun Jahre alt war, sind die Amerikaner auf dem Mond gelandet. Das war ein unglaublich faszinierendes Ereignis für mich. Da durften wir in der Nacht wachbleiben und uns vor dem Fernseher versammeln. Danach wollte ich Weltraumforscher werden. Und ich habe dann in unserem Wohnzimmer eine kleine Bodenstation wie die in Houston aufgebaut.
Sie haben dann nicht Raumfahrt studiert, sondern Jus. War das Ihre Entscheidung?
Ich weiß, worauf Sie anspielen. Seit vier Generationen sind meine väterlichen Vorfahren allesamt Juristen. Insofern gab es eine gewisse Vorbelastung. Aber die Entscheidung habe ich dann schon aus freien Stücken getroffen. Ich wollte mir mit der Kenntnis des Rechts eine breite Grundlage für meinen Berufsweg schaffen.
Wie waren Sie als Schüler?
Über weite Strecken war ich ein guter bis sehr guter Schüler. Mein schlechtestes Jahr war in der Oberstufe mit 15, 16 Jahren, also in der Hochpubertätsphase.
Was hatten Sie da im Kopf?
Da ging es ums Ausgehen, erste Treffen mit Mädchen. Das war wichtiger. Da habe ich dann auch öfters blaugemacht, was ich jetzt ja zugeben kann.
Gab es auch eine Rebellion gegen Ihre Eltern?
Rebellion vielleicht nicht, aber ich hatte als Jugendlicher meine eigenen Vorstellungen, war mit meinem Vater auch politisch überhaupt nicht einer Meinung. Er war FPÖ-nah, ich engagierte mich in der Umwelt- und Friedensbewegung. Das haben meine Eltern, die sich als echte Liberale verstanden, allerdings akzeptiert. Es gab da nie ein Zerwürfnis.
Gab es ein Schlüsselerlebnis für Ihre politische Orientierung?
Das war die Anti-AKW-Bewegung und die Volksabstimmung über das Atomkraftwerk Zwentendorf. Ich bin darüber zur Friedensbewegung gekommen und habe mich an der Universität im Sozialdemokratischen Studentenverband engagiert.
Haben Sie jemals überlegt, in die Politik zu gehen?
Nein, meine berufliche Selbständigkeit war mir immer sehr wichtig. Ich wollte eigentlich auch nie an so exponierter Stelle in der Öffentlichkeit stehen.
LESEN Sie das ganze Interview in FIRST 12/2011.










