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6.12.2011 15:22

Claudia Stöckl: Eine resolute Romantikerin

  • FIRST-Porträt der Erfolgsmoderatorin von Ö3

Claudia Stöckl hat ein Buch über ihre Ö3-Promi-Interviewreihe „Frühstück bei mir“ geschrieben. Die Erfolgsmoderatorin mit der sanften Stimme bietet abseits des Jobs mehr Facetten als pure Lieblichkeit. Das Porträt.

Diese sanfte Stimme. Die blonden Haare. Der sinnliche Mund. Ratzfatz sitzt man in der Vorurteilsfalle. So wie die Autorin dieser Zeilen beim Gespräch mit Claudia Stöckl im Motto am Fluss am Wiener Donaukanal. „Die Stöckeline“, wie sie in der Branche genannt wird, löffelt ihr Risotto, spricht leise, schaut großartig – und harmlos aus. Doch halt. Halt! Claudia Stöckl ist nicht nur die Liebliche, die Zarte, die Verletzliche. Dann und wann wird die Willensstärke und Resolutheit der 44-Jährigen selbst für die rund eine Million Hörer, die sich sonntags Stöckls erfolgreichen Promi-Talk Frühstück bei mir regelmäßig nicht entgehen lassen, erkennbar: wenn sie mit immenser Hartnäckigkeit, die gut getarnt in leisen Worten wie das sanfte Schlagen von Engelsflügeln über den Äther kommt, in Seelenabgründen ihrer Interviewpartner bohrt.

Mehr als 750 Gästen – von Arno Geiger bis Richard David Precht, von Christoph Waltz bis Veronica Ferres – hat Stöckl seit 1997 so schon Subkutanes entlockt. Das Buch, das sie jetzt darüber geschrieben hat, dokumentiert die Highlights. „Damit habe ich einen Traum abgearbeitet“, sagt sie. Und zwar mit unglaublicher Disziplin, Entschlusskraft und Entschiedenheit. Womit wir wieder bei Stöckls Resolutheit und Hartnäckigkeit sind. Und die kommen für Freunde, Kollegen und sogar für ihren Chef, Ö3-Boss Georg Spatt, oft nicht verpackt in sanfte Worte, sondern sehr direkt daher. „Das Stöckel’sche Schwert“ nennt Spatt ihren Hang zu heftigen Diskussionen. „Ich bin eben eine Kämpferin“, bekennt Stöckl. „Und wenn ich mich für etwas einsetze, dann brenne ich.“ Die Diskussionen mit dem Chef haben auch ihr Gutes, denn, so die 1,80 Meter große Amazone: „Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich manchmal verletzend bin. Weil ich Menschen zu direkt sage, was mich stört.“ Denkanstöße, die sie reflektieren ließen: „Ich hab da schon einiges gelernt. Ich lasse etwa jetzt ein bisschen Zeit vergehen, bevor ich gleich eine scharfe Mail schreibe …“ Allerdings: Ganz ohne Verve geht’s nicht. Das Feuer der im Zeichen Schütze Geborenen (Aszendent Zwillinge sorgt für das Kommunikative) flammt immer wieder auf, im Job oder beim Engagement für ihre Kinderhilfsorganisation ZUKI: „Ich mache alles mit Hingabe und bin eine Qualitätsdenkerin. Das ist für mein Umfeld oft schwierig, weil ich anderen viel abverlange. Aber zuallererst setze ich die hohen Maßstäbe bei mir selbst an.“

Dieses Streben nach Perfektion wurde ihr und den vier Geschwistern (darunter ORF-Star Barbara und Fotografin Suzy) in erster Linie vom Vater, einem Manager in der Pharmaindustrie, mitgegeben: „Meine Schwester Barbara und ich waren immer Klassenbeste, das war für ihn selbstverständlich. Ich bin sicher eine Leistungstochter.“

LESEN Sie das ganze Porträt in FIRST 12/2011.

6.12.2011 15:22
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