"Des Kaisers neue Kleider": Rober Palfrader und Katharina Straßer gemeinsam in Liliom
- Robert Palfrader: "Ich bin kein Schauspieler!"
- Katharina Straßer: Warum Palfrader es schwerer hat

Der ORF-Quoten-Kaiser und die Top-Aktrice spielen gemeinsam am Volkstheater Wien in Liliom. Das Doppelinterview.
Für Neo-Monarchisten wird der 11. März als dunkler Tag in die Geschichte eingehen: das Land verliert bereits zum zweiten Mal seinen Kaiser. Robert Heinrich I. alias Robert Palfrader wird an besagtem Donnerstagabend zum letzten Mal auf dem Thron der Satiresendung Wir sind Kaiser Platz nehmen und anschließend abdanken. In unzähligen Audienzen brachte der ORF-Quotenkaiser die Gäste zum Schwitzen und das Publikum zum Lachen. Warum er trotz phänomenaler Einschaltquoten bis zu 600.000 Zuschauer! die Kunstfigur des blaublütigen Maître de plaisir freiwillig dem Pompfüneberer überantwortet, erklärt Palfrader hoheitsvoll: Man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist.
Doch auch ohne Zepter und Krone bleibt der Publikumsliebling seinen Fans erhalten. Ab 5. März ist der Komödiant als Titelheld in Franz Molnárs Sozialdrama Liliom am Volkstheater Wien zu erleben. Nach Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald ist dies bereits das zweite Mal, dass Palfrader an dem geschichtsträchtigen Haus sein schauspielerisches Können unter Beweis stellt. Trotz überaus positiver Resonanzen auf sein Debüt vor zwei Jahren will er sich nicht als Schauspieler tituliert wissen: Der Titel Schauspieler ist für Leute reserviert, die das wirklich können. Im Gegensatz zum Ex-Kaiser hat
Palfraders Liliom-Bühnenpartnerin Katharina Straßer eine fundierte Theaterausbildung. Die 25-jährige Aktrice, die wie ein Komet in der Wiener Theaterszene eingeschlagen hat, wird in Liliom die Julie mimen und nimmt die Herausforderung, mit Publikumsliebling Palfrader auf der Bühne zu stehen, mit Freude an. So diametral die Charaktere der beiden Ausnahmekünstler auch sind, wurde im Interview mit FIRST schnell eine Gemeinsamkeit entdeckt: Beiden ist die Familie das Wichtigste im Leben. Palfrader lebt mit seiner Dauerverlobten Marie-Anne seit 19 Jahren in wilder Ehe und hat mit ihr zwei Kinder. Straßer ist seit drei Jahren mit Schauspielkollege Till Firit liiert. Im Interview sprechen Palfrader und Straßer über Liliom und Privates.
Herr Palfrader, Sie spielen den Titelhelden in Molnárs Liliom. Sehen Sie sich als TV-Star oder als Theaterschauspieler?
Als TV-Star würde ich mich auf keinen Fall bezeichnen, eher als jemanden, der hin und wieder fürs Fernsehen arbeitet. Und als Schauspieler würde ich mich auch nicht bezeichnen.
Warum nicht?
Weil Schauspiel ein ernstzunehmendes Handwerk ist, das man erlernen sollte, bevor man es ausübt. Und das habe ich nie getan.
Katharina Straßer, Sie haben eine fundierte Ausbildung. Dachten Sie, als Sie hörten, dass Palfrader Liliom mimt, kurz: Da läuft was falsch?
Nein, überhaupt nicht. Robert füllt als Theaterschauspieler ein bestimmtes Stückespektrum sicher exzellent aus, mit oder ohne Ausbildung. Ich glaube aber nicht, dass er jemals den Hamlet oder einen Shakespeare-Helden spielen wird. Denn dafür braucht man ohne Frage eine solide Ausbildung.
Palfrader: Der Titel Schauspieler ist für Leute reserviert, die das wirklich können: z. B. Nicholas Ofczarek oder Michael Maertens. Wenn man die einmal auf der Bühne erlebt hat, weiß man, was ein richtiger Schauspieler ist. Die sind atemberaubend gut, und ich muss zugeben: Das könnte ich nicht, sondern wäre total überfordert. Ich mache etwas anderes. Ich bin Darsteller. Trotzdem werde ich mein Bestes geben. Ich glaube, es war Henry Ford, der gesagt hat: Wenn man immer nur macht, was man kann, bleibt man, was man ist. Und das will ich auf keinen Fall.
Wie ist es, mit einem TV-Liebling wie Palfrader auf der Bühne zu stehen?
Keine Ahnung! Aber ich nehme die Herausforderung gerne an (lacht).
Befürchten Sie, dass er Ihnen aufgrund seiner Bekanntheit die Show stiehlt?
Nein, davor ich habe keine Angst. Ich glaube sogar, dass er es schwerer hat als ich. Das Publikum kennt ihn vom Fernsehen und hat natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, wenn es ins Theater kommt, um ihn zu sehen. Da schwingt bei einigen sicher der Gedanke mit: Na, schauen wir mal, ob er auf der Bühne genauso gut ist wie im Fernsehen. Er muss sich erstmals behaupten, während die Bühne mein Metier ist und ich da schon anerkannt bin.
Herr Palfrader, Sie stehen mit Katharina Straßer auf der Bühne, die wie ein Komet in der Wiener Theaterszene eingeschlagen ist. Wie würden Sie diesen blonden Wirbelwind beschreiben?
Es gibt wohl kaum jemanden, der unprätentiöser, unaffektierter und gleichzeitig so talentiert ist wie sie. Die Frau kann singen und spielen, und ich freue mich wahnsinnig, an ihrer Seite spielen zu dürfen.
LESEN Sie das ganze Interview in FIRST 02/2010!











