"Wir leben die Dynastie!": Über Sonnen- und Schattenseiten eines bekannten Namens
- Talk mit Harrach, Dichand und Habsburg-Lothringen
- FIRST: "Schadenfreude viel größer als bei anderen"

Mit einem großen Namen, egal ob aus Aristokratie oder Wirtschaft, verbindet man allgemein Reichtum und Luxus, gepaart mit unbegrenzten Möglichkeiten in jeder Lebenslage. Von außen betrachtet, haben diese Menschen das Glück gepachtet, leben sorgenfrei in prachtvollen Villen oder Schlössern, fahren teure Autos und verbringen ihre Urlaube nur an den mondänsten Plätzen der Welt. Doch diese Klischees haben nur wenig mit der Realität zu tun.
Wer einen bekannten Namen trägt, zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich als andere. Das ist nicht immer ein Genuss, weiß die deutsche Buchautorin, Adels- und Gesellschaftsexpertin Christine Gräfin von Brühl aus eigener Erfahrung. Und: Ein großer Name verpflichtet auch in der heutigen Zeit zu Tradition, guter Erziehung und gesellschaftlichem Engagement. Das mag in zahlreichen Kontexten anachronistisch und überholt wirken, ist aber nach wie vor Teil aristokratischer Erziehung. Mit dieser Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist man schon als Kind konfrontiert und muss lernen, damit umzugehen. Neben der Weitergabe von traditionellen Werten bringt ein großer Name auch eine gewisse Erwartungshaltung von außen mit sich. Dass dabei oft ein falscher Eindruck über den Lebensstil der Aristokraten entsteht, bestätigt die Expertin.
In den Geschichten der Yellow Press sind Adelige prinzipiell steinreich, unentwegt schick gekleidet und wohnen alle auf einem Schloss. Das sind Sehnsuchtsgeschichten, und bis auf einzelne Ausnahmen entsprechen sie nicht im Geringsten der Realität. Die meisten leben ein ganz normales Leben und gehen ihrer Ausbildung oder ihrem Beruf nach wie jeder andere auch. So wie etwa Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein, 22: Ich mache eine Ausbildung zum Goldschmied und führe ein normales Leben. Die Verpflichtung, das Familienerbe zu schützen und zu erhalten, habe ich natürlich mitbekommen, aber das ist für mich selbstverständlich.
Doch nicht nur Vertreter der Aristokratie fühlen sich ihrem Namen verpflichtet, sondern auch Mitglieder von Wirtschaftsdynastien. Und das 24 Stunden am Tag. Denn während die Aristokratie ein eher in sich geschlossener Kreis ist, stehen bekannte Persönlichkeiten aus der Wirtschaft unter oft noch größerer Beobachtung. Steigt man einmal daneben, ist die Schadenfreude viel größer als bei jemand anderem, sagt Eva Dichand, Herausgeberin der Gratistageszeitung Heute. FIRST hat das Phänomen des großen Namens näher beleuchtet und bat drei hochkarätige Vertreter aus Aristokratie und Wirtschaft zum Interview.
Eva Dichand, Heute-Herausgeberin und Schwiegertochter von Hans Dichand (Kronen Zeitung), Camilla Habsburg-Lothringen, die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin von Kaiserin Maria Theresia, und Beppo Harrach, dessen Familie über Jahrhunderte zu Österreichs Hochadel zählte, sprechen über die Sonnen- und Schattenseiten eines bekannten Namens.
LESEN Sie das gesamte Interview in FIRST 11/09!











